Edgar Allan Poe: ›Der Herrschaftssitz Arnheim‹

Edgar Allan Poe
Der Herrschaftssitz Arnheim  (The Domain of Arnhem)
(…)   Nun könnte aber«, sagte mein Freund, »das, was wir als Steigerung der landschaftlichen Schönheit empfinden, eine lediglich menschliche Anschauungsweise sein. Jede Veränderung der natürlichen Szenerie würde das Bild vielleicht verunstalten, wenn wir es uns von weitem – als große Masse gesehen – denken, von einem der Erdoberfläche fernen Punkt, wenngleich nicht hinter den Grenzen ihrer Atmosphäre. Es ist leicht begreiflich, daß das, was einem nah besehenen Detail zum Vorteil gereichen mag, gleichzeitig eine allgemeine oder auf größere Entfernung berechnete Wirkung beeinträchtigen kann. Es könnte doch eine Art vordem menschlicher, nun aber der Menschheit unsichtbarer Wesen geben, denen aus der Ferne unsre Wirrnis als Ordnung erscheint – unser Unmalerisches als malerisch; mit einem Wort, ich meine die Erdengel, für deren Betrachtung mehr als für unsre und für deren durch den Tod veredelte Bewertung des Schönen die weiten Landschaftsgärten der Hemisphären von Gott aufgestellt worden sein mögen.«

E. A. Poe Arnheim, Projekt Gutenberg

erstmals: E. A. Poe: >The Domain of Arnhem< in >The Works of E. A: Poe, The Raven Edition<, Volume 2,  New York, 1903
Englische Ausgabe zum Lesen und Hören:
E. A. Poe Arnhem text & audio file