Die ›Zeitungsschlacht‹, 1905

Henry Thode, der im Heidelberger Kunstverein bereits Ausstellungen mit Arnold Böcklin und Hans Thoma realisiert hatte, reagierte im Sommersemester 1905 mit einer Reihe von acht Vorlesungen zu ebendiesen Künstlern.

Die symbolistischen Werke des Deutsch-Schweizer Künstlers Arnold Böcklin (1827-1901) avancierten ab den 1880er Jahren zum Inbegriff „deutscher Kunst“. Hans Thoma, der Böcklin 1870 in München traf, war von ihm nachhaltig beeinflusst. Thomas Sehnsuchtsbilder von heimatlichen Idyllen standen im Kontrast zur Realpolitik des wilhelminischen Kaiserreichs. Sie boten Anhaltspunkte bei der Suche nach einer nationalen Identität, die mythologisch-religiös verklärt wurde. Thode stilisierte beide in seiner Vorlesungsreihe zu Verkörperungen nationaler deutscher Identität und bezeichnete die französischen Neuerungen als »undeutsch«*.

 

* Birgit Schwarz: Geniewahn. Hitler und die Kunst, Wien/Köln/Weimar 2009, S. 23f

 

Bildnachweis:

Hans Thoma, Ritt auf dem Vogel, 1885, Öl/Lw., 36,5 x 28,2 cm, Frankfurt/Main, Städel Museum