Die ›Zeitungsschlacht‹, 1905

Die ›Zeitungsschlacht‹ (oder: der ›Böcklin-Streit‹) von 1905 ist eine kunsttheoretische Kontroverse, die im Feuilleton der ›Frankfurter Zeitung‹ (1856 als ›Frankfurter Geschäftsbericht‹ von Leopold Sonnemann und Heinrich Bernhard Rosenthal in Frankfurt am Main gegründet) geführt wurde.

 

Die Protagonisten des öffentlich ausgetragenen Streits waren der deutsche Maler Max Liebermann und der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe auf der einen Seite sowie der Maler Hans Thoma und der Kunsthistoriker und erster Vorsitzender des Heidelberger Kunstvereins Henry Thode auf der anderen Seite.

 

Ausschlaggebend war das Erscheinen von Meier-Graefes epochalem Werk ›Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst‹ (1904) und die Veröffentlichung von ›Der Fall Böcklin‹ (1905). Mit seinen Schriften gilt der Kunsthistoriker, Kunstkritiker und Kunstvermittler Julius Meier-Graefe als Vorkämpfer des Impressionismus in Deutschland. In ›Der Fall Böcklin‹ wertete Meier-Graefe die verbreitete Begeisterung für den Maler Arnold Böcklin als »anachronistisch«*.

 

* Birgit Schwarz: Geniewahn. Hitler und die Kunst, Wien/Köln/Weimar 2009, S. 23f

 

Bildnachweis:

Arnold Böcklin, Im Spiel der Wellen, 1883, Öl/Lw., 180 x 238 cm, München, Neue Pinakothek