Die Gründung des HDKVs in Zeiten des Aufruhrs

Am Vorabend des Deutsch-Französischen Krieges herrschte zwischen Preußen und Frankreich ein Klima von nationalistischer Rivalität und Empörung. Die militärische Auseinandersetzung der beiden Mächte endete mit der Niederlage Frankreichs. Der französische Kaiser Napoleon III. wurde gefangen genommen und die neu gegründete Französische Republik zu hohen Reparationszahlungen und dem als schmachvoll empfundenen Abtritt Elsass-Lothringens verpflichtet. Mit der Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles vollzog sich die deutsche Reichsgründung unter preußischer Vorherrschaft.

In dem Deutschen Kaiserreich verlor das Großherzogtum Baden seine Souveränität und wurde ein teilautonomer Bundesstaat. Obwohl noch im Deutschen Krieg an der Seite Österreichs gekämpft, hatte sich Baden entschlossen auf preußischer Seite am Krieg gegen Frankreich beteiligt.

Die politischen und kulturellen Gräben zwischen Frankreich und dem Kaiserreich, die von beiden Seiten zu einer Erbfeindschaft stilisiert wurden, vertieften sich in den folgenden Jahren trotz Friedensvertrag weiter.

 

 

Bildnachweis:

Unbekannt, Karikatur „Das schwarze Gespenst“, Kladderadatsch von 1869