Die Berliner Secession

 

Die Berliner Secession ist 1898 als Protest gegen die wilhelminische Ausstellungspolitik von zahlreichen, von der großen Berliner Jahresausstellung abgewiesenen Künstlern gegründet worden. Auf Anregung des Malers Walter Leistikow schlossen sich in ihr u. a. Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Lesser Ury, Max Slevogt und Max Liebermann an. Mit ihren Darstellungen aus der Alltagswelt stellten sie sich gegen den verklärenden Historismus. Max Liebermann, der von konservativen Kreisen als „Schmutzmaler“ verunglimpft wurde, wurde erster Präsident der Vereinigung. In den folgenden Jahren organisierte die Gruppe unabhängige Ausstellungen, wodurch die modernen Kunstrichtungen einem größeren Publikum bekannt gemacht wurden.

 

Nachdem die Jury der Secession 1910 expressionistische Werke abgelehnt hatte, gründete eine jüngere Künstlergeneration um Max Pechstein die Neue Secession. Nach der Gründung der Freien Secession schlossen sich ihr u.a. Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Max Beckmann an. Der Rückzug Max Liebermanns vom Amt des Präsidenten, dessen Nachfolger der Maler Lovis Corinth wurde, leitete das Ende der Berliner Secession ein. Die „Gleichschaltung“ der Berliner Secession ab 1933 zog den Ausschluss jüdischer Künstler*innen nach sich. Zum neuen Vorstand zählten u. a. Max Pechstein und Hans Purrmann, die sich dem Aufbau des „neuen Deutschlands“ verpflichteten und deren Werke später selbst als „entartet“ geächtet wurden.

 

Bildnachweis:

Thomas Theodor Heine, Plakat für die 24. Ausstellung der Berliner Secession, 1912