Rezension über die Arbeit von Georg Dietzler

›„Die Natur“, „der Baum“, diese Begriffe scheinen zunehmend und ausschließlich einen Beigeschmack zu bekommen wie etwa „armes Waisenkind“, „ledige Mutter“ oder „armes Häschen bist du krank?“ Die Natur, der Baum scheinen nur noch als zu Schützendes, Bedrohtes gefragt und relevant. Die Natur als elementare Gewalt, als Bedrohendes – fast nur noch im Fernsehen zu erleben –, der wir als ihr eigener Teil, immer aufs neue unser Leben abringen müssen, wie je nur ein Teil der Natur, wird ausgeblendet, ist nicht gewollt. […] Dass ausgerechnet diese laubleichte Installation die andere Seite der Natur reinholt, als einzige unter all den Objekten der Ausstellung, die in ihrer Tendenz in den mächtigen Holzblöcken und Blechbeschlägen barmen und anklagen, verleiht der Arbeit Georg Dietzlers überragenden Rang.‹
Pau: Der Baum (I) – Laubplastik von Georg Dietzler, in: Communale, 10.10.1985

Georg Dietzler, ›Laubplastik‹, Ausstellungsansicht, 1985