1985: Ökologische Debatten. Das Waldsterben und die Ausstellung ›Der Baum‹

In den 1980er Jahren wurde das Waldsterben zum Gegenstand der bis dahin größten Umweltdebatte in der Bundesrepublik. Forstwissenschaftler berichteten bereits seit 1975, dass Schwefeldioxid aus der Öl- und Kohleverbrennung als ›saurer Regen‹ abregnete, was zu Baum- und Bodenschäden führte. Das Verbreitungsgebiet umfasste Mittel-, Nord- und Osteuropa. Überwiegend waren ältere Bestände und Einzelbäume zahlreicher Holzarten betroffen.

Bilder von kahlen Fichtenstämmen und entlaubten Buchenwäldern aus dem Thüringer Wald, dem Harz oder dem Schwarzwald prägten ab 1981 die Berichterstattung und schockierten und mobilisierten die Öffentlichkeit. Zahlreiche Demonstrationen und Aktionen gegen das Waldsterben und für saubere Luft fanden in der Bundesrepublik statt.

Umweltschutzorganisationen wie BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), Robin Wood, Greenpeace oder das Bergwaldprojekt wurden zu wichtigen Foren des Engagements.

Im Zuge des wachsenden Umweltbewusstseins gelang 1983 der Partei die Grünen erstmals der Einzug in den Bundestag. Unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit beschloss die Bundesregierung die Einführung von bleifreiem Benzin (1983), die Installation von Filtern in Kraftwerken und Industrieanlagen (1983) sowie die Einführung des PKW-Katalysators (1984). Diese Maßnahmen sollten die Schadstoffbelastung der Luft verringern. Vorbild waren die strengen Abgasnormen der USA, wo Katalysator und bleifreies Benzin bereits 1973 eingeführt wurden.

Eine massive Forschungsförderung für die Forstwissenschaft sowie die Beauftragung eines jährlichen Waldzustandsberichts sollten die Entwicklung des Waldsterbens und den Effekt der politischen Maßnahmen untersuchen.

2003 erklärte die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast das Waldsterben für beendet. Umweltorganisationen wiesen diese Entwarnung zurück. Der Zustand der Wälder habe sich nicht wirklich verbessert.