Cid Corman

Cid (Sidney) Corman (1924 –2004) war ein amerikanischer Dichter, Übersetzer und Herausgeber, vorrangig bekannt für das Magazin Origin. Er gilt als Schlüsselfigur in der Geschichte der amerikanischen Poesie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Als Junger Mann veranstaltete er Lesungen in öffentlichen Bibliotheken und gründete mit ›This Is Poetry‹ das erste Radiopgrommramm, welches sich ganz der Dichtung widmete. Nach Aufenthalten in Frankreich und Italien zieht Corman 1962 nach Japan.

Corman wurde häufig mit den Beats, den Black Mountain Dichtern und den Objektivisten in Verbindung gebracht. Dies liegt vor allem an seinen Tätigkeiten als Redakteur, Verleger und Kritiker. Er blieb jedoch seine gesamte Kariere über unabhängig und identifizierte sich mit keiner der Gruppierungen. Corman hat an die 150 Bücher – Gedichte, Übersetzungen, Essays – veröffentlicht und hunderte von Gedichten in hunderten von Zeitschriften publiziert.

Die Dichterkollegin Alicia Ostriker sah Cid als ›einen Dichter des Dichters: weder ein sehr üppiger Schriftsteller – alle seine Bücher sind „schmal“- noch wirklich aggressiv, aber zentral. Corman zu lesen bedeutet sich seiner eigenen Atmung bewusst zu werden, wie sie uns sanft von Dingen wie Steinen unterscheidet. Die reine Sprache, in minimalen Linien wie bei Williams oder Creeley, lässt einen an andere Künste in ihrer Reinheit denken: ein sauberer Ton der Cembalo-Musik, oder der Flöte, oder der Laute, oder Matisse-Farben oder Sumi-Gemälde, oder der gut schießende Zen-Bogenschütze.‹ Ian Hamilton förderte den Vergleich zu Creeley in seinen Anmerkungen zu Words for Each Other: ›Er hat viel von Robert Creeleys wehmütiger, abstrakter Offenherzigkeit, aber ist weniger gesittet als Creeley, weniger ängstlich naiv.‹