Joseph Beuys: ›7000 Eichen: Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung‹

Zur Ausstellung in Heidelberg lud Hans Gercke u. a. Joseph Beuys (1923-1986) ein, der wenige Jahre zuvor mit seiner Aktion ›7000 Eichen: Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung‹ zur documenta 7 (1982) in Kassel für Aufsehen gesorgt hatte. Zum Beginn der d7 ließ Beuys 7000 Basaltstelen vor dem Fridericianum aufhäufen. Über den Verlauf von fünf Jahren wurden 7000 Eichen im gesamten Stadtraum gepflanzt und mit je einem Stein gepaart. Diese Ensembles prägen noch heute wesentlich das Kasseler Stadtbild. Das Projekt war im Hinblick auf die allgemeine Verstädterung eine umfangreiche künstlerische und ökologische Intervention mit dem Ziel, den urbanen Lebensraum nachhaltig zu verändern. Der Baum zeigte eine Dokumentation der Aktion in Kassel, Beuys konnte auf Grund seiner Erkrankung jedoch selbst nicht anreisen und beim Pflanzen eines Baums dabei sein.

Baum und Wald wurden in den 1980ern auch von anderen Ausstellungshäusern als Thema für Ausstellungen gewählt. 1984 zeigte die Kunsthalle Recklinghausen die Ausstellung ›Wer hat dich du schöner Wald… Meisterwerke aus zwei Jahrzehnten‹ im Rahmen der 83. Ruhrfestspiele Recklinghausen. Die Badische Landesbibliothek bot im selben Jahr mit ›Der Baum, Symbol und Schicksal des Menschen‹ eine Betrachtung ausgehend von historischen Buchbeständen und Illustrationen. In der Akademie der Künste in Berlin war 1987 eine Ausstellung zeitgenössischer Werke u. a. von Gerhard Richter mit dem Titel ›Waldungen – Die Deutschen und ihr Wald‹ zu sehen.

 

 

Joseph Beuys pflanzt die erste Eiche (16.3.1982, Friedrichsplatz, Kassel), Foto: Dieter Schwerdtle, Kassel